Du rutschst am Sattel und kannst nicht ruhig sitzenbleiben

Neben der korrekten Einstellung von Sattelneigung und -Höhe spielt der Abstand zum Lenker eine entscheidende Rolle ob man im Sattel ruhig sitzen kann oder nicht. Wo zieht es einen förmlich hin, wohin wirkt die Schwerkraft? Oft kann dein Gesäß gar nichts dafür, dass es in der Poebene auf und ab, sowie vor und zurück geht. Unter Annahme die Position am Rad sitzt perfekt gibt es zwei weitere Gründe warum du nie ruhig sitzenbleiben kannst und du am Sattel rutschst: der Sattel selbst und die Radhose!

Form follows function war bis in die späten 80er zumindest beim Sattel angesagt, denn bis zur Einführung des “Flite” Modells hatte ein Rennsattel mehr Ähnlichkeit zu einem Pferdesattel (absolut positiv zu sehen) als zur Concorde. (Kenner wissen worauf die Anspielung deutet).

Aus heutiger Sicht ist der erste Flite von Selle Italia eine nostalgische Note die aktuell nicht nur auf Vintage oder Retro Räder gut passt. Optisch wenig auftragend bietet er für Romantiker genügend Komfort, für Realisten aber zuwenig Bequemlichkeit, ruhig sitzen bleiben bleibt ein Wunsch. Die Zufriedenheit für dieses 17 Jahre alte Modell reicht deshalb von Null bis fünf Sterne.
Damals läutete dieses Sattelmodell (auf Leichtbau und aufs Wesentliche reduziert) eine neue Ära ein. Aktuelle Modelle werden aber nicht weniger kritisch beurteilt.

Jedenfalls sollte die Oberfläche eines Sattels genügend Reibungspunkte anbieten, wie auch die Radhose selber. Sind die beiden Berührungspartner aus Materialien aufgebaut die einander nicht vertragen, kommt es zu ungewollten Ausrutschern, ruhig sitzen ist dann unmöglich. Lack und Funktionsfaser machen oft aus Kraft ihrer Verbindung einen Eislaufplatz, da wenig Reibung viel Gleitfläche verursacht. Gut gemeint investiert man in eine Top Radhose und einen optisch coolen Sattel und riskiert dabei eine unbeabsichtigte “Rutschpartie”. Beide Oberflächen sind zu glatt.